Schweizer Rechtslage · Kapitel 03

Die Schweizer Rechtslage
in einer Seite.

Wer KI-Agents im eigenen Shop lesen und handeln lässt, bearbeitet Personendaten mit einer neuen Technologie. Für Schweizer Betreiber gilt dabei das revidierte Datenschutzgesetz, für Shops mit EU-Kundschaft zusätzlich die DSGVO. Diese Seite ordnet die vier Pflichten ein, die im Betrieb am meisten wiegen, und zeigt, was Agentic Commerce Operations dafür liefern muss. Die Kategorie selbst setzt Datensouveränität als Kategorie-Anforderung voraus; hier steht die Schweizer Ausprägung.

Keine Rechtsberatung. Die Einordnung ersetzt keine Prüfung durch die eigene Datenschutzberaterin oder den eigenen Datenschutzberater.

Gang zwischen Serverschränken in einem Schweizer Rechenzentrum, grüne Status-LEDs, kühles Licht.
Die kritische Zone liegt in Genf und Zürich unter Schweizer Recht. Das ist keine Policy, sondern ein Ort.
SEC / 002 · Kurzfassung

Drei Sätze.

Das revDSG verlangt Datenschutz ab der Planung, Information über Datenflüsse, eine Folgenabschätzung bei hohem Risiko und Auskunft auf Verlangen. Ein ACO-System erfüllt das strukturell nur, wenn der Agent read-only zugreift, jede Aktion protokolliert und die kritischen Handelsdaten unter Schweizer Recht bleiben. Wer den Anbieter prüft, fragt deshalb zuerst nach Jurisdiktion, Audit-Log und Exit, nicht nach dem Serverstandort.

SEC / 003 · revDSG

Vier Pflichten und was ACO dafür liefert.

Grundlage ist das Bundesgesetz über den Datenschutz, SR 235.1, in Kraft seit 1. September 2023. Aufsichtsbehörde ist der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte (EDÖB). Die Wiedergabe der Artikel ist vereinfacht.

revDSG in vier Pflichten.ACO · CH · 02Seit 1. September 2023 in Kraft. Aufsicht: EDÖB.ARTIKELPFLICHTWAS ACO LIEFERTArt. 7Privacy by Design und byDefaultRead-only-Zugang undAudit-LogArt. 19InformationspflichtTransparenz überDatenflüsseArt. 22Datenschutz-FolgenabschätzungZwei-Zonen-Architektur alsDSFA-BausteinArt. 25AuskunftsrechtExport der Protokolle
Artikelnummern nach revDSG, SR 235.1. Zuordnung aus Sicht des Betriebs, keine Rechtsberatung.

Das revDSG verlangt keine bestimmte Technik. Es verlangt Nachweise. Die vier Artikel links sind die Stellen, an denen ein ACO-Agent im Betrieb sichtbar wird: Read-only-Zugang und Audit-Log für Artikel 7, Transparenz über Datenflüsse für Artikel 19, die Zwei-Zonen-Architektur als Baustein der Folgenabschätzung für Artikel 22, der Export der Protokolle für Artikel 25.

Die Grafik ersetzt keine Rechtsberatung. Sie zeigt, welche Unterlagen ein Betreiber vom Anbieter verlangen kann, bevor ein Agent Zugriff auf den Order-Flow bekommt.

Artikel · Pflicht
Bedeutung für KI-Agents im Shop
Was ACO liefert
Art. 7

Datenschutz durch Technik und datenschutzfreundliche Voreinstellungen

Die Bearbeitung muss ab der Planung technisch und organisatorisch so ausgestaltet sein, dass die Datenschutzvorschriften eingehalten werden; die Voreinstellungen beschränken die Bearbeitung auf das Nötige.

Bedeutung für KI-Agents

Ein Agent, der im Shop liest und handelt, ist Teil der Bearbeitung. Sein Zugriff und seine Handlungen müssen von Anfang an begrenzt und nachvollziehbar sein.

Was ACO liefert

Read-only-Zugang auf Code und API, Audit-Log pro Aktion, Aktionen nur im Rahmen der Policy des Betreibers.

Art. 19

Informationspflicht bei der Beschaffung von Personendaten

Der Verantwortliche informiert die betroffene Person angemessen über die Beschaffung von Personendaten, mindestens über Identität, Zweck und allfällige Empfänger, auch bei Bekanntgabe ins Ausland.

Bedeutung für KI-Agents

Fliessen Bestell- oder Kundendaten in eine Reasoning-Zone ausserhalb der Schweiz, ist das eine Bekanntgabe, die in der Datenschutzerklärung stehen muss.

Was ACO liefert

Transparenz über Datenflüsse und Zonen: welche Datenkategorie wo verarbeitet wird, welches Recht dort gilt, welche Vertragsgrundlage besteht.

Art. 22

Datenschutz-Folgenabschätzung

Kann eine Bearbeitung ein hohes Risiko für Persönlichkeit oder Grundrechte mit sich bringen, erstellt der Verantwortliche vorgängig eine Datenschutz-Folgenabschätzung, insbesondere bei neuen Technologien.

Bedeutung für KI-Agents

KI-Agents, die Bestellwege, Preise und Kundendaten zusammenführen, gehören in die Prüfung. Die Architektur des Anbieters ist dabei der wichtigste Baustein.

Was ACO liefert

Zwei-Zonen-Architektur als dokumentierter DSFA-Baustein: Trennung nach Datenkategorie und Jurisdiktion, Zero-Retention, kein Training mit Betreiberdaten.

Art. 25

Auskunftsrecht

Jede Person kann vom Verantwortlichen Auskunft verlangen, ob und welche Personendaten über sie bearbeitet werden, in der Regel innert 30 Tagen und kostenlos.

Bedeutung für KI-Agents

Der Betreiber muss auch die Bearbeitung durch den Agent auskunftsfähig halten: welche Daten der Agent gelesen und welche Aktion er ausgelöst hat.

Was ACO liefert

Export der Protokolle: Audit-Log mit Zeitstempel, Datenkategorie, Zweck und Aktion, für Auskunft und Aufsicht abrufbar.

SEC / 004 · EU-Kundschaft

Die DSGVO-Parallele.

Liefert der Shop in die EU oder richtet sich an Personen dort, kommt die DSGVO dazu. Für den Einsatz eines ACO-Anbieters heisst das in der Praxis zwei Dinge: ein Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO und, bei hohem Risiko, eine Datenschutz-Folgenabschätzung nach Art. 35 DSGVO. Beides deckt sich inhaltlich weitgehend mit Art. 22 revDSG, so dass eine Prüfung für beide Rechtsordnungen reicht.

Der EU AI Act, Artikel 14 verlangt wirksame menschliche Aufsicht über KI-Systeme, nicht eine Freigabe pro Entscheidung. Ein Policy-Rahmen, den der Betreiber setzt, ein Audit-Log pro Aktion und die Möglichkeit, jederzeit abzubrechen, erfüllen diese Aufsicht.

SEC / 005 · Zwei Zonen

Zwei Zonen aus Schweizer Sicht.

So setzt die Referenz-Implementierung XEREBRO die Trennung um. Entscheidend ist nicht der Standort eines Servers, sondern welches Recht die Firma bindet, die die Daten verarbeitet.

Wo die Daten liegen.ACO · CH · 04Einkaufspreise, Margen, Lagerbestände, Produkt-IP bleiben in der Schweiz. 18 verifizierbare Zertifikate.GenfZürichKritische Zone · Infomaniak · Schweizer RechtFusion-LayerCH · deterministischAudit-LogFrankfurtReasoning-ZoneEU-zertifizierter Cloud-Provider
Zonen der Referenz-Implementierung XEREBRO, Stand September 2026. Zertifikate über das Trust-Portal prüfbar.
Kritische Zone · Schweizer Recht

Infomaniak, Genf und Zürich.

  • Schweizer Anbieter in Schweizer Eigentum (Infomaniak), Rechenzentren in Genf und Zürich
  • ISO 27001 seit 2018, ISO 9001, ISO 14001, ISO 50001, revDSG-konform
  • Ausserhalb der Reichweite des US CLOUD Act, weil Betreiber und Rechenzentrum in der Schweiz
Bleibt in der Schweiz
Einkaufspreise · Margen · Lagerbestände · Produkt-IP und Rezepturen
Reasoning-Zone · EU-Recht

EU-zertifizierter Cloud-Provider, Frankfurt-Region.

  • Auftragsverarbeitungsvertrag und Standardvertragsklauseln (DPA und SCCs)
  • Zero-Retention: Prompts und Daten werden verarbeitet, nicht gespeichert
  • Kein Training mit Betreiberdaten, vertraglich fixiert
  • ISO 27001:2022, ISO 27017, ISO 27018, ISO 27701, SOC 1/2/3 Type II, C5 BSI, PCI DSS Level 1
Wird in der EU verarbeitet
Order-Events · Anomalie-Erkennung · Reasoning-Schritte
Fusion-Layer · Schweiz
Deterministischer Merge beider Zonen auf Schweizer Infrastruktur, Audit-Log pro Zugriff.
Summe
18 verifizierbare Zertifikate

Jede Nummer ist über die Trust-Portale der Anbieter prüfbar. Vollständige Zertifikatsliste der Referenz-Implementierung.

SEC / 006 · CLOUD Act

Die Frage nach dem Recht, nicht nach dem Ort.

Der US CLOUD Act von 2018 verpflichtet Anbieter unter US-Recht, Daten auf Anordnung herauszugeben, auch wenn diese ausserhalb der USA gespeichert sind. Ein Server in Frankfurt schützt Schweizer Handelsdaten deshalb nicht, wenn der Vertragspartner ein US-Konzern ist. Ein Anbieter mit Sitz und Eigentum in der Schweiz fällt nicht unter dieses Gesetz, weshalb die kritische Zone dort liegt.

SEC / 007 · Hosting

Infomaniak, Hostpoint oder Hyperscaler.

Für den Shop selbst zählen drei Kriterien: welches Recht den Anbieter bindet, welche Zertifikate über ein Trust-Portal prüfbar sind und wer der Vertragspartner für den Auftragsverarbeitungsvertrag ist. Infomaniak und Hostpoint sind Schweizer Anbieter unter Schweizer Recht, Hyperscaler bieten die breitere Zertifikatskette und Regionen in der EU, sind aber an ihre Heimatjurisdiktion gebunden. Welche Kombination passt, hängt von den Datenkategorien im Shop ab, nicht vom Markennamen.

SEC / 008 · Anbieterprüfung

Fünf Fragen an jeden Anbieter.

01

Wo liegen welche Daten?

Nicht nur der Serverstandort, sondern die Zuordnung: welche Datenkategorie in welcher Zone, mit welcher Aufbewahrung.

02

Welches Recht bindet den Anbieter?

Sitz und Eigentümerstruktur jedes beteiligten Anbieters, inklusive Reasoning-Zone und Sub-Prozessoren.

03

Wer darf Policies setzen und ändern?

Rollen, Freigabestufen und Protokollierung jeder Änderung an einer Policy.

04

Wie kommt das Audit-Log zu uns?

Format, Zeitraum, Export auf Abruf, Verwendbarkeit für Auskunft nach Art. 25 und für Auditoren.

05

Was passiert beim Exit?

Kündigungsfrist, Datenexport, Löschung in beiden Zonen, schriftliche Bestätigung.

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Schweiz-Spezifika, Referenz, Fragen.